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Kruse, Fabian [Fabian] - 07. Jul 2016, 13:14

ILIAS @ FHöV NRW: Durchdachte Anbindung von ILIAS ans Campus Management System

In der Serie ILIAS @ home stellen wir im offiziellen ILIAS-Blog langjährige und neue Anwender und Anwenderinnen vor und zeigen, wie sie ILIAS nutzen - und als Teil der Community dazu beitragen, unsere Software noch besser zu machen. Im sechsten Teil der Serie werfen wir heute einen Blick auf den ILIAS-Einsatz an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (FHöV NRW).
Über 8.700 Studierende an acht Studienorten, die ausgebildet werden von ca. 200 hauptamtlichen, ca. 1.000 nebenamtlichen und weiteren externen Lehrenden: Das Anwendungsszenario der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (FHöV NRW) ist komplex. In einem ersten Schritt wurde bereits vor Jahren eine Anbindung des lokalen Campus Management Systems an ILIAS umgesetzt. In der Folge erstellte ILIAS automatisch einen Kurs für jede Veranstaltung, die in der Campus Management Software angelegt wurde.
Daniela Weber und Thomas Schroeder, Wissenschaftliche Dienste/E-Learning an der FHöV NRW
Allerdings hatte dieses Vorgehen in der Praxis leider einige Nachteile, wie Daniela Weber und Thomas Schroeder berichten, verantwortlich für Digitale Medien und E-Learning an der FHöV NRW-Zentrale in Gelsenkirchen: „Da für jede Veranstaltung ein eigener Kurs angelegt wurde, hatten wir tausende von Objekten in ILIAS - von denen viele gar nicht gebraucht wurden!“ In der Folge wurde ILIAS unübersichtlich, Studierende und Lehrende waren frustriert. Als dann noch Serverprobleme dazu kamen, entschied man sich für einen Neuanfang.

Zusammen mit einem offiziellen ILIAS-Dienstleister ging es zurück ans Reißbrett, um ein besseres Konzept zu entwickeln. Nach einem Jahr der Planung und Vorbereitung geht dieses mit dem Wintersemester 2016/17 in Betrieb. ILIAS bildet nun die Lern- und Lehrwirklichkeit an der FHöV NRW viel treffender ab: Alle Studierenden werden zu Beginn ihres Studiums einem so genannten „Stammkurs“ zugeordnet. In diesem verbringen sie ihr Studium - mit festen Stundenplänen und in einem stabilen Klassenverband mit maximal 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Dieser Stammkurs wird nun auch in ILIAS abgebildet. Ein einfacher Kurs ist dafür das richtige Werkzeug. Neben den Studierenden werden auch alle beteiligten Lehrenden diesem Stammkurs zugeordnet. Sie erhalten allesamt die Rolle der Kursleitung. Dank der Anbindung von ILIAS an die Campus Management Software ANTRAGO geschieht dies automatisch.

An diesem Punkt liegt der Ball nun bei den Lehrpersonen. Sie haben das Recht, innerhalb des Kurses eigene ILIAS-Gruppen anzulegen, um ihre Veranstaltungen mit dem LMS zu unterstützen. Innerhalb ihrer Gruppen können die Lehrenden dann nach Belieben Objekte anlegen: Vom einfachen Datei-Upload über Wikis und Foren bis hin zu Tests ist alles möglich, was didaktisch sinnvoll erscheint. Die Kurs-Teilnehmerinnen und Teilnehmer landen dabei automatisch in allen Gruppen, die von den Lehrenden erstellt werden. Sie haben so einen einfachen Überblick über alle relevanten Angebote. „Kursleichen“ wie im alten System gibt es nicht mehr.
Screenshot der Lehr-Lern-Karte auf der ILIAS-Installation der FHöV NRW
Daniela Weber und Thomas Schroeder sind gespannt, wie das neue Konzept von den Lehrenden angenommen wird. Seit ihrem Einstieg an der FHöV NRW im Jahr 2014 ist die ILIAS-Verwendung jedenfalls bereits stark angestiegen. Zu erklären ist dies einerseits durch die hochschulinterne Werbung für das LMS mit Hilfe von kreativen Plakaten, regelmäßigen Schulungen und persönlichen Gesprächen mit den Lehrenden. Andererseits hat aber auch die ILIAS-Entwicklung selbst eine Rolle gespielt: „Vor allem seit dem Update auf ILIAS 5.0 haben wir ein sehr positives Feedback bekommen“, wie Daniela Weber berichtet. Thomas Schroeder ergänzt: „Alles ist übersichtlicher geworden. Die Lehrenden haben gespürt, dass sich hier viel getan hat!“

Aus diesem Grund sind die beiden E-Learning-Spezialisten guter Dinge, dass die nun erfolgte Umstellung auf positive Resonanz stoßen wird. ILIAS wird klarer strukturiert sein - und die Lehrenden hoffentlich dazu inspirieren, sich mit den Möglichkeiten des Systems noch tiefergehender zu beschäftigen. Durch speziellere Schulungen zu einzelnen ILIAS-Themen (wie dem Test, dem Wiki und dem Portfolio) sollen sie dabei unterstützt werden.

Besonders freuen sich die beiden auf die Implementierung von Open Badges, die mit ILIAS 5.2 erfolgt. Ein altes Steckenpferd aus seiner Zeit als E-Tutor an der FH Dortmund, hat Thomas Schroeder diese Entwicklung selbst mit angestoßen: „Insbesondere im Polizei-Studiengang gibt es viele Fächer, die nicht prüfungsrelevant sind, aber dennoch wichtige Kompetenzen vermitteln. Unser Ziel ist es, diese durch die Verwendung von Badges aufzuwerten.“ Mit den kleinen Abzeichen können Lernleistungen spielerisch und ohne großen Aufwand in ILIAS gewürdigt werden. Eine neuartige Abbildung von Kompetenzen, die sicher auch auf Studierendenseite viele Freunde finden wird - und so mitunter zu einem weiteren Zugpferd für die ganze Lernplattform werden könnte.

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